23.01.06 Tagblatt
Wer wird ein Engel von Charly?

Casting der Oberthurgauer Festspiele im Auholzsaal Sulgen - Über 40 Talente zeigen ihr Können.
Für Marcel Wattenhofer und sein Team wird es nicht leicht. Er muss in den nächsten Tagen darüber entscheiden, wer beim Musical «4 Engel für Charly» mit dabei ist. Gestern stellten sich über 40 talentierte Leute vor.

rita kohn

Soll die neueste Musical-Produktion der Oberthurgauer Festspiele an den Erfolg der ersten beiden Produktionen anknüpfen, muss der Cast einiges leisten. Marcel Wattenhofer, der - wie schon bei «Roxy» - die Regie übernehmen wird, liess keinen Zweifel daran: «Wenn wir etwas Gutes bieten wollen, müssen wir harte Arbeit leisten.» Wer etwa zu wenig Zeit habe, um an allen Proben und Aufführungen (insgesamt zehn) mitzuwirken, der solle auf ein Engagement verzichten. Rund die Hälfte der jungen Frauen und Männer, die sich an diesem Sonntag im Auholzsaal in Sulgen eingefunden haben, wissen, wovon der Regisseur spricht. Sie haben bereits in einer - oder beiden - der ersten Musical-Produktionen mitgewirkt.
Am liebsten alle nehmen
Leicht wird es Marcel Wattenhofer, Michelle Stahel (Tanz), Christine Enz (Choreografie) und Simon Kräutler (Regie) nicht fallen, aus der Zahl der jungen Talente jene zu wählen, die im Musical «4 Engel für Charly» mitwirken werden. «Am liebsten würde ich euch alle nehmen», meinte denn auch Marcel Wattenhofer zur erwartungsvollen Gruppe vor dem Einzel-Casting. Wer sich für ein Engagement interessierte und von seinem Können her in Frage kam, wurde für das Casting am Sonntag aufgeboten. «Wir haben ausgezeichnete Bewerbungen erhalten und konnten mit wenigen Ausnahmen alle zum Casting einladen», erklärte Oliver Oetjen von der mit der Organisation beauftragten Balzer-Event. Lediglich einige wenige Bewerberinnen, die vom Alter her noch zu jung waren, um den harten Probenbetrieb bewältigen zu können, erhielten bereits eine Absage. Sie hätten aber sicher in einem folgenden Musical nochmals eine Chance.
Geschichte und Musik
Damit sich die einzelnen Bewerberinnen und Bewerber (rund zwei Drittel von ihnen dürfen auf eine Rolle hoffen) Gedanken darüber machen können, welche Rolle sie am liebsten übernehmen würden, erzählte Marcel Wattenhofer der aufmerksam lauschenden Schar die Geschichte von «4 Engel für Charly». Dass es sich dabei zwar um eine Verwechslungskomödie handelt, aber sowohl traurige als auch dramatische Momente kennt und am Schluss sicher die eine oder andere Überraschung bieten wird, wurde schnell einmal klar. Damit sich die jungen Talente auch vorstellen können, wie das Ganze etwa aussehen wird, hatte Marcel Wattenhofer ein Modell der Bühne mitgebracht und stellte mit einigen Puppen die Geschichte nach. Natürlich wurden dabei auch sämtliche Songs angespielt, die im Musical vorkommen werden. Dabei handelt es sich um gängige Soul- und Blues-Stücke, die perfekt auf die Mafia-Story «4 Engel für Charly» abgestimmt sind.
Sich einzeln präsentieren
Während der Vormittag ganz dem Team gehörte und die jungen Talente als eine grosse Gruppe an verschiedenen Übungen teilnahmen, war der Nachmittag der Einzelpräsentation vorbehalten. Dass dabei manchen die Nerven einen Streich spielten und da und dort ein Patzer zu verzeichnen war, spielte kaum eine Rolle. Die Jury, der auch Bandleader Roland Hofer angehörte, konnte das Können der Einzelnen trotzdem abschätzen. Bis in rund zehn Tagen will sich die Jury entschieden haben, wer von den über 40 Bewerbern mitmachen wird.

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